Gott nach Plato - PSloterdijk 2021
13/06 ---- 4WorBri --- k186 ----- 16/12: {lot}
https://www.youtube.com/watch?v=rVsVXlKxd7U
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27m Niederlaendische Arbeit ....
Kurt Marti - Ein Gespräch (1983)
4.5K views ------Nov 12, 2012
\Text und Bühne
Gespräch mit dem Schweizer Pfarrer, Denker und Denker (Jahrgang 1921). Über seinen Werdegang, die Begegnung mit Karl Barth, einzelne Gedichte, die Schweiz und das Militär ("Für eine Welt ohne Angst", 1983).
Was ist Theopoesie und brauchen wir das? Ein Studientag der Uni Zürich widmete sich der Aktualität des eigenartig zwischen Aufklärung und Gegenaufklärung changierenden Begriffs.
Das Institut für Hermeneutik und Religionsphilosophie der Universität Zürich veranstaltete am 30. August 2021 einen Studientag in Kooperation mit dem RefLab. Ehrengast war Peter Sloterdijk. Den Audiomitschnitt der Sloterdijk-Rede «Religion als proto-poetische Entscheidung» und die von Johanna Di Blasi (RefLab) moderierte Podiumsdiskussion mit Matthias Wüthrich, Hartmut von Sass und Lucas Gisi findet ihr hier als zweiteiliges TheoLounge Special zum Nachhören.
In der Diskussion geht es um die Frage der Aktualität oder Nichtaktualität von Theopoesie. Mit dem Begriff verband sich in den 1970er- und 80er-Jahren die Idee und Hoffnung einer alternativen Vermittlungsmöglichkeit von Theologie in einer zunehmend säkularen Welt. Ein Parade-Theopoet ist der vor 100 Jahren geborene Schweizer Dichterpfarrer Kurt Marti.
Der Literaturwissenschaftler Lucas Gisi kennt niemanden unter den heute Schreibenden, der oder die sich als Theopoet:in verstünde. Laut Peter Sloterdijk aber wachsen auch in unserer Gegenwart ständig «Religionsplastiken» heran. Auf Begeisterungsströme und ihren verbalen Ausdruck stosse man eher in Amerika oder Afrika als in Europa. Wir sollten uns diese aus der Nähe anschauen, damit wir uns nicht in einer europäischen inselhafte Provinzialität verlieren.
Über den Podcast: Relaxte Gespräche mit guten Gästen zu Themen aus Theologie, Gesellschaft und Kultur: transkonfessionell, transkulturell und hybrid. Uns gibt es im Netz und analog. Hör rein oder schau einfach vorbei! Von und mit Stephan Jütte & Johanna Di Blasi
plakoi planatikoi .. umschreiben ... tafelei[..]ndruecke
laehmung .. mosaische gesetzlichkeits duenkel nix als babylonische haftigkeit und ausfuhr? gedenkungspflicht? .. tatsaechlich aber pausestellung der mineralen an u fuer sich kurz vor der tuer des lebensweckende loesliche, aber anstattdessen eingetrocknet, ... verhaftet ... des Botschafts willen ???
War Amrita nur kleinstwesen verdaulich .. oder die vorverdaulichung, die schmackhaftmacherei gestierung zubedacht und 'rechtens gerecht'?
massive haufen frische steinpulver die man buchstaechlich ringsrum in den mikromaulen laufen lassen u/o blasen konnte?
36. Minute: Hermann Schmitz in RosenstockH Verband erwaehnt. Noch nie von gehoert.
Theo Poesie
Bergmineralien zum infuzionisten umformung
Zur Botschaft ermittler ... dabei unkonsumierbar gemacht, .. zwar geloest aus allzu fester Form als das wasser es davon tragen und 'niedererungen' befruchten kann aber doch sofort wieder 'verdauert' um auf dauer ausdauer zo trotzen und dabei nit wirkli verdaulich zu werden.
das erinnert an meine einsicht das ein schein behaelter .. ein geltungs ansprechgeld 'barbar' anzahl .. eine zahl schuldlos papiertasche durch heilige buecher bespottet und pervertiert ins gegenteil gemacht werden koennen .. die ur contrarianisten ... satanisten ... die kuerzler / shorters usw ...
eine bibel ist solch ein boerse aehnlich nur sind die scheine festgenaeht .. muessen sich nie beweisen und verausgaben .. das macht der glaube dessen traeger der blosse memorandist des inhalts inspirieren will.
https://www.youtube.com/@JSwift-jq3wn
https://www.youtube.com/watch?v=2oXkdRvQstI&lc=UgypA3Yqe8OGM4jgQZR4AaABAg
Demokratie, Arbeit, Wissenschaft und Technologie machen nicht frei. Die konstitutionelle Monarchie, wie unbegabtes Genie, ist bloß eine Oxymoron. Nur absolute Moarchie, deren Idealbild Gott selbst ist... nun, es gibt auch das Absolute... ő anthropos ethe deimon. Das große Individuum ist dämonisch.
'essentialsalts' machte ein gutes video ueber daemonie .. die gab's gut u boese ... vergleiche die Memen im Modernen .. mit Mitteln so giftig 'verstaerkt' dass es die guten nur noch nix anderrs als leid tun kann. Oder treff i da das schwaerzeste nit hart genug?
unglaube ins umglaube loesen bring erloes
wenn laub ergebnis des verloeslichten stein waer
ist unglaube vielleicht bildsprache fuer unloeslicher stein und mahlerie erloeslich[t]ung
ein schritt naeher an erloesung, labung und die sprudelzeugnisse der von kirchen eifersuechtig bekaempten u vernichteten sprudelstellen
sehe die doku 'Geschichte des Badens'.
Kurt Marti: Gedichte und Prosa zu seinem 100sten Geburtstag, Wallstein
Zwei Grosse der Schweizer Literatur feiern dieses Jahr ihren 100sten Geburtstag. Der eine ein Pfarrerssohn, der andere Pfarrer selbst. Der eine weit über den ganzen Globus bekannt als Säule der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts, der andere nicht weniger geschliffen mit seiner Sprache, aber stets im Schatten anderer geblieben. Friedrich Dürrenmatt und Kurt Marti. Der eine Stern leuchtet hell, der andere hätte auch das Zeug zu einem Fixstern.
Friedrich Dürrenmatt liebte die grosse Bühne, sei es als Theaterautor oder als Stimme der Nation. Was er drei Wochen vor seinem Tod anlässlich einer Rede auf Vaclav Havel zur Verleihung des Gottlieb-Duttweilers-Preises dem staunenden Publikum vortrug, grub sich tief in das Bewusstsein der Gesellschaft ein. Unter dem Titel „Die Schweiz – ein Gefängnis“ rechnete Friedrich Dürrenmatt mit der Selbstgefälligkeit der Schweiz gnadenlos ab. Man lachte und applaudierte, aber im Nachgang der Rede fielen die Reaktionen schweizweit heftig aus. Der Pfarrerssohn aus Konolfingen hielt in seiner letzten „Predigt“ der Schweiz einen unangenehm flirrenden Spiegel hin. Zum letzten Mal, beissend pointiert, brillant formuliert. Friedrich Dürrenmatts Literatur ist durchaus moralisierend. Auch seine Bilder, sein malerisches und zeichnerisches Schaffen spart nicht mit unverhohlener Anklage. Dürrenmatt zeigt nicht nur auf die wunden Flecken, er bohrt mit Vorliebe tief darin.
Kurt Marti, von dem man als Pfarrer durchaus erwarten könnte, dass er
mit dem Moralfinger mahnt, sich hoch auf der Kanzel an die armen
SünderInnen richtet, die in ihrer Begrenztheit am Kleinen und Grossen
scheitern. Aber Kurt Marti tat dies nie, oder dann mit so viel
Verständnis für die Schwächen der Menschen, dass das Moralische in der
Liebe, die in seinem Schreiben steckt, kaum sicht- und hörbar wird. Kurt
Marti predigt nicht, weder in seiner Prosa noch in seiner Lyrik. Umso
mehr ist sie durchsetzt von der Menschenliebe des Mannes, seiner überaus
feinen Wahrnehmung, seinem Witz und Schalk und seinem Gespür für das
Surreale im Realen. Zugegeben, ich bin kein Marti-Fachmann. Zugegeben,
bisher stand nur ein einziges Buch im Regal meiner Bibliothek („Ein Topf
voll Zeit“). Aber das muss und soll sich ändern. Kurt Marti hat ein
reiches Werk hinterlassen. Und wer sich wie ich in den Kosmos Kurt Marti
hineinstürzen will, dem erleichtert der Wallstein Verlag mit zwei
sorgfältig edierten Werken aus Kurt Martis Nachlass diesen Einstieg.
Nun veröffentlicht der Wallstein Verlag „Alphornpalast“ mit Prosatexten und einem Vorwort von Franz Hohler; Texte, die bisher unveröffentlicht oder kaum nachzulesen waren und „Hannis Äpfel“, Lyrik aus dem Nachlass mit einem Nachwort von Nora Gomringer. Wohl kaum ein besserer Einstieg in das vielfältige Werk Kurt Martis. Beispielhaft aus dem Prosaband „Alphornland“ hier ein Text, den der Wallstein Verlag literaturblatt.ch freundlicherweise zur Verfügung stellte:
Irrläufer
Mit vermutlich gross gedachten, dann aber nur fahrig ausgefallenen Gesten ging er laut redend durch belebte Gassen. In der Absicht offenbar, beschwören und aufrütteln zu wollen, sprach er auf das Volk ein, das jedoch an ihm vorübereilte. Manche dachten wohl, er sei besoffen. Andere wichen ihm aus, verlegen oder sogar ärgerlich und schimpfend. Aber er redete nur noch heftiger, noch lauter, geriet zeitweilig ins Brüllen. Sturmvogel oder sturmer Vogel? Eine ziemlich kauzige Erscheinung mittleren Alters jedenfalls, mit strähnig wirren Haaren und abgetragener Lederjacke. Wie, wenn sein Reden vielleicht doch bedenkenswert gewesen wäre? Gibt es denn nicht genug Alarmzeichen dafür, dass wir einer Katastrophe entgegentreiben? Alarmzeichen, die uns erschrecken und zu einem Sinneswandel bewegen müssten? Nur eben, wer schon möchte einem kauzigen Schreihals zuhören, der sich zu einer so ungeeigneten Tageszeit, es war kurz nach Mittag, die Angestellten strebten wieder ihren Büros zu, auf eine Weise ereiferte, die lächerlich wirkte? So überanstrengte er seine Stimme noch mehr, sie überschlug sich immer öfter, bis dass er nur noch heiser zu krächzen vermochte. Und plötzlich dann war er in ein schattendunkles Seitengässlein enteilt und verschwunden. Niemand folgte ihm, nicht einmal ein Polizist.
(aus „Kurt Marti Alphornpalast“, Prosatexte aus dem Nachlass, © Wallstein Verlag)

Vielen seiner Texte entspringt unmittelbare Aktualität. Es ist, als
ob Kurt Marti auch mit diesem Text nicht nur die Gegenwart, sondern
einen, den Nerv der Zeit trifft. Ein Entrückter mitten in den
Eingespannten. Die Szenerie erinnert an einen Künstler, der auf seiner
einsamen Bühne performt, nur zur falschen Zeit, am falschen Ort. Was tut
Kultur anderes, als oftmals aufschrecken, um dann hinter einem Vorhang
im Halbdunkel wieder abzutauchen. Dort applaudiert die Menge, um danach
alles beim Alten zu lassen.
Kurt Martis Texte rütteln am Normalen, schlagen ein anderes Licht in die Szenerie der Normalität.
2017, nach Kurt Martis Tod, am 11.Februar, fand man in seinem Nachlass in seinem Arbeitszimmer mehrere Ordner, die er nicht wie fast alles andere, dem Schweizerischen Literaturarchiv übergeben hatte. Die folgenden zwei Gedichte, die der Wallstein Verlag literaturblatt.ch ebenfalls zur Verfügung stellte, zeigen auf der einen Seite den Schalk, den Wortwitz und seine Nähe zur Konkreten Poesie und auf der anderen Seite seine grosse Liebe zu seiner Frau Hanni Morgenthaler, mit der er Jahrzehnte verheiratet war und deren Tod ihn 2007 zum Zurückgebliebenen machte.
etüde für ballhorn
aller umfang ist schwer
man soll den tag nicht vor dem absinth loben
ein unglück kommt selten um eins
reich und reich gesellt sich gern
was hänschen nicht lernt lernt hans immer mehr
muhe recht und scheue niemand
was lange weilt wird endlich wut
wie man sich fettet so siegt man
alte liebe kostet nicht
morgenstund hat blond im mund
(aus „Hanni“)
Versuch neulich,
den Atem anzuhalten,
möglichst lange, um dir
nachfolgen zu können.
Kinderei! So simpel
lassen Atem und Leben
sich nicht abschalten,
bin kein Apparat,
aber auch kein indischer Yogi,
bin Witwer jetzt –
ein Zu- und Zivilstand,
der mir total missfällt.
Das einzig Gute an ihm:
Dir ist dadurch
die Witwenschaft zum Glück
erspart geblieben.
(aus „Kurt Marti Hannis Äpfel“, Gedichte aus dem Nachlass, © Wallstein Verlag)
Kurt Martis Engagement war eingetaucht in Liebe; der Liebe zu seinen Nächsten, dem Menschen überhaupt, der Schöpfung. Sein Engagement war politisch, gesellschaftlich und wirkt bis heute in die Kultur, der Literatur im Besonderen.

Kurt Marti wurde 1921 in Bern geboren. Nach dem Theologiestudium in Basel bei Karl Barth wurde er Pfarrer in Niederlenz bei Lenzburg und später an der Nydeggkirche in Bern. Seit den 1950er Jahren veröffentlichte er neben theologischen und publizistischen Texten auch literarische Werke, erste Poesie- und Prosabände entstanden. Er erhielt mehrere Auszeichnungen und Ehrungen, darunter den Literaturpreis des Kantons Bern (1967 und 2010), den Johann-Peter-Hebel-Preis (1972) sowie den Kurt-Tucholsky-Preis (1997). Marti lebte bis zu seinem Tod 2017 in Bern.
Beitragsbild© Im ElfenauPark, Bern (2011), © Urs Baumann

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